Zu Beginn der Zusammenarbeit stand der Unternehmenskommunikation von Heidelberg Materials noch keine zentral eingeführte KI-Lösung für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung.
In der Kommunikationsabteilung eines der größten Baustoffkonzerne der Welt liefen Recherchen, Wissenstransfer über dutzende Köpfe sowie die Erstellung von Pressemitteilungen und Social-Media-Content weitgehend manuell.
Einer der Hauptgründe war, dass sich Heidelberg Materials als DAX-Konzern in einem stark regulierten Umfeld bewegt. Datenschutz, Datensicherheit und Compliance sind Voraussetzung für jede technische Lösung. Im ersten Schritt galt es daher, die richtige Plattform zu finden, die den hohen Anforderungen standhalten kann. Parallel zur Einführung der ausgewählten Plattform entwickelten wir drei maßgeschneiderte KI-Assistenten, die dem Kommunikationsteam von Beginn an konkrete Anwendungsmöglichkeiten boten.
- Der erste Assistent macht Schluss mit dem, was in großen Organisationen am meisten Zeit kostet: Wissen suchen. Statt fünf Mails zu schreiben und drei Tage auf Antworten zu warten, gibt es jetzt eine zentrale Anlaufstelle. Der Assistent kennt die zahlreichen Dokumente und liefert konkrete Antworten auf Basis autorisierter Quellen.
- Der zweite Assistent unterstützt die LinkedIn-Kommunikation – sowohl für den CEO-als auch für den Unternehmenskanal. Wir haben viel Zeit in die Konfiguration gesteckt, damit Tonalität, Haltung und Markensprache stimmen und die Kommunikation weiterhin authentisch ist.
- Der dritte Assistant unterstützt bei der Entwicklung international einsetzbarer Pressemitteilungen. Da Heidelberg Materials in zahlreichen Ländern aktiv ist und in jedem Land individuelle kommunikative Schwerpunkte, Sprachen und Erwartungen händelt, schafft der Assistent eine Grundlage, die anschließend für verschiedene Märkte und Zielgruppen adaptiert werden kann.
Unternehmenswissen, LinkedIn und Pressemitteilungen sind Use-Cases, mit denen die meisten Kommunikationsteams mittlerweile arbeiten. Heidelberg Materials ging aber schnell weiter und fragte sich: Kann KI auch dort eingesetzt werden, wo die Fehlertoleranz praktisch bei null liegt?
“Unser Wissensassistent funktioniert, der LinkedIn-Assistent überzeugt und die Pressemitteilungen laufen. Daher haben wir uns den nächsten Schritt getraut: ein KI-Assistent, der bei der Jahreshauptversammlung unterstützt.“, sagt Esther Fürstenau, Leiterin der Kommunikation. Für die Umsetzung bündelten wir relevante Geschäftsberichte, interne Policies und Regularien und weitere autorisierte Inhalte in einem spezialisierten Assistenten. Dieser liefert nicht nur passende Informationen, sondern bereitet sie auch zielgruppengerecht für Analysten, Aktionäre und Journalisten auf.
Der Weg von „Wir haben noch kein KI-Tool“ bis zur Nutzung eines KI-Agenten in einem hochsensiblen Kommunikationsumfeld zeigt, wie viel Vertrauen durch die vorherigen Anwendungen entstanden war. Heute sind die Assistenten nicht nur im Einsatz; vielmehr entwickelt das Team (eigene) Lösungen weiter. Der nächste Schritt besteht darin, die einzelnen Assistenten zu einem zusammenhängenden System zu verbinden: agentische Workflows, in denen mehrere KI-Assistenten zusammenarbeiten und wiederkehrende Prozesse eigenständig durchlaufen. Heidelberg Materials hat dafür bereits das Fundament gelegt, indem es verstanden hat, dass transformative KI-Nutzung nicht mit einem einzelnen Tool entsteht, sondern mit dem Mut, einen Weg konsequent und Schritt für Schritt zu gehen – auch dort, wo die Anforderungen besonders hoch sind.

